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— Markus' Kochkolumne

Den Urlaub in der Küche verlängern

Manchmal hinterlassen die einfachsten Gerichte den bleibendsten Eindruck. Die wichtigste Zutat dabei: das Gefühl willkommen zu sein.

Wir sind auf der Insel Kreta, auf der Höhe von Nordafrika, an der Südküste – dort, wo die Landschaft rauer ist und man zu Fuß auf den Hügel laufen muss, um auf der anderen Seite in eine einsame Badebucht abzusteigen. Unten angekommen, entdecken wir zu unserer Freude ein sehr kleines Häuschen, mehr eine Baracke mit einer selbst gebauten Pergola, die Schatten spendet. Wir setzen uns und blicken auf das glitzernde Wasser. Außer uns sind keine Gäste zu sehen. Der Wirt kommt aus dem Dunkel des Hauses gemächlich auf uns zu, nickt, stellt eine Karaffe mit Wasser auf den Tisch, zwei Gläser. Er zieht sich einen Stuhl heran, setzt sich, eine Hand auf meiner Rückenlehne.

„Jungs, ihr könnt was trinken.
Oder was essen. Oder was trinken und was essen und aufs Meer gucken. Oder ihr könnt nur aufs Meer gucken.
Also, Jungs, was wollt ihr?“

Derart freundlich empfangen, erklären wir, dass wir gerne eine Kleinigkeit essen möchten, am liebsten etwas, was er selbst toll findet. Der Wirt nickt, steht langsam wieder auf und verschwindet in der Küche.
Wir warten wortlos, versunken in die Schönheit des Meeres und des Lichts.
Schliesslich ist der Wirt zurück, bringt Feigen, milden Ziegenkäse, Weißbrot, Olivenöl und Honig. Die Feigen sind reif, von verschwenderischer Süße, warm von der Sonne. Der Käse ist schneeweiss, sehr mild, frisch – säuerlich. Wir beträufeln das Brot mit dem Olivenöl, schneiden die Feigen in Scheiben, legen sie aufs Brot und krümeln den Ziegenkäse obenauf. Am Ende ein wenig Honig drüber, so einfach kann es sein.
So ein Essen ist kaum zu toppen. Die Feigen wachsen oberhalb der Bucht, das Olivenöl ist natürlich von Kreta, und auch der Ziegenkäse ist von der Insel. In der Landschaft sitzend, die diese Köstlichkeiten hervorgebracht hat, schmeckt alles noch mal so gut.
Je simpler ein Rezept ist, umso wichtiger sind die Zutaten, umso näher liegen Himmel und Hölle zusammen. Beim Einkauf entscheidet sich alles. Bei manchen Zutaten kann man tricksen, hier nicht. Für mein Restaurant beziehen wir deshalb griechisches Olivenöl direkt vom Bauern. Und bleiben Sie standhaft, bis sie reife Feigen finden. Nur wenn sie dunkel sind , weich und sich schwer anfühlen, haben Sie den Himmel gefunden.

 

Text, Fotos und Rezept: Markus Schädel

Geschrieben von: Markus

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Schädels


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